Natur erleben und geniessen.

Fremde Heimaten

Cover Magazin WANDERN.CH

Ein Bolivianer, eine Russin, ein Äthiopier und eine Taiwanesin finden ihre Heimat in den Schweizer Bergen – im Val Bever, im Entlebuch, im Freiburgischen und im Tessin: Wenn Yussif Calderón das Heimweh packt, wandert er durchs Val Bever GR. «Die braungrüne Vegetation, die Form der Berge, die Wege, es ist wie zu Hause», schwärmt der Bolivianer und zeigt ein Foto aus Südamerika. Ihre Heimat in der Schweiz finden auch andere: der Äthiopier Mohamed Moussa im Breccaschlund FR, die Russin Lena Vdovina Beck auf der Marbachegg LU und die Taiwanesin Pailing Tsai im Val Calnègia TI.

Äthiopiens Berge im Freiburgischen

Die Berge, der Wasserfall, der Pass: Die Wanderung entlang des Freiburger Breccaschlunds erinnert Mohamed Moussa an seine Heimat Äthiopien. Und daran, wie er die Schule schwänzte und stattdessen mit seinen Freunden unter einem Wasserfall duschte.

«Die Leute staunen», sagt Mohamed Moussa, «wenn ein Schwarzer gut und modern ausgerüstet in den Bergen wandert. » «Was, ein Schwarzer, der wandert? », fragen sie. Mohamed wandert, so oft er kann. Er wandert allein und mit seiner Familie, über Land, in den Bergen oder quer durch die Stadt, vom einen Ende zum anderen. «Wenn ich nicht mehr wandern könnte, nicht mehr gehen ...», beginnt er den Satz und wagt nicht, ihn zu Ende zu sprechen.

Ein Tal hilft sich selbst

Blühende Blumenfelder erfreuen im Puschlav nicht nur das Auge des Wanderers, sondern sehr oft auch den Gaumen von Teeliebhabern und Feinschmeckern. Im Biowunderland – das Val Poschiavo hält den  Schweizer Rekord an Biobetrieben – bringen unter anderem die Kräuter neuen Aufschwung.

Es kommt einem vor wie ein verwunschenes Tal hinter den sieben Bergen. Wer ins Puschlav will, muss zuerst den Berninapass überwinden. Das ist allerdings eher ein Dürfen als ein Müssen. Denn die Strecke vorbei an Gletschern, über Viadukte und Schluchten ist – vor allem im Cabriowagen der Rhätischen Bahn an der frischen Luft sitzend – derart imposant und schön, dass der Entscheid der Unesco-Welterbekommission nur begrüsst werden kann, die Bahnstrecke Albula–Bernina ins Verzeichnis der beeindruckendsten Landschaften der Welt aufzunehmen.

Ein Stück Indien im Saanenland

Yoga lässt sich ganz gut mit Wandern verbinden, findet Sabine Kunz. Deshalb wandert die Berner  Oberländer Yogalehrerin mit ihren Schülerinnen und Schülern am liebsten an den Louwenesee. Dort –  und überhaupt im ganzen Saanenland – hat Yoga eine lange Tradition. Begründet wurde diese durch den bekannten Musiker Yehudi Menuhin.

Am Himmel über Lauenen zieht ein prachtvoller Milan bedächtig seine Kreise. Eine schimpfende Krähe umflattert ihn wütend und zugleich ängstlich. Doch der mächtige Greifvogel lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Unerschütterlich setzt er seinen Flug fort. «Genau so sollten auch wir Menschen es machen», sagt Sabine Kunz: «Der Milan lässt sich nicht von Kleinigkeiten ablenken, sondern hält an seiner Linie fest.» Eine solche Haltung versuche sie auch in ihrem Unterricht zu vermitteln. Yoga ist für sie nicht einfach ein System von Dehnungs-, Kräftigungs- und Entspannungsübungen, sondern auch eine Lebenseinstellung.

Es ist ein Herbsttag wie im Bilderbuch. Am Morgen waberten im Saanenland noch Nebelzotten über den Wiesen, doch schon bald setzt sich die Sonne durch. Am Louwenesee ist die bunteste Zeit des Jahres angebrochen. Das Riedgras schimmert in unzähligen Farbtönen von warmem Ockergelb bis zu feurigem Rostrot. Zwischen dunkelgrünen Tannen ragen golden leuchtende Lärchen in die kristallklare Bergluft. Ein tiefblauer Himmel wölbt sich über den Bergen, deren höchste Spitzen mit einem ersten Hauch von Schnee überzuckert sind.

Die härtesten Tester der Welt

Kinder achten nicht auf die Ausrüstung, sondern bewegen sich frei. Manchmal strapazieren sie ihre Ausrüstung auch auf unkonventionelle Art. Besteht diese den kindlichen Belastungstests, kann man getrost von Qualitätsprodukten reden. Der Nachwuchs des WANDERN.CH-Teams hat sich Kleidern, Schuhen und Rucksäcken angenommen.

In der nächsten Ausgabe 6/2017

Winterwandern im Schanfigg

Das Schanfigg ist ein Eldorado für Winterwanderer: Die über 60 Kilometer rund um Arosa sind als Wegnetz angelegt, was auch spontane Routenänderungen möglich macht. Zum Beispiel zu einer der zahlreichen heimeligen Berghütten. Winterzauber pur im Bündnerland.

WANDERN.CH 6/2017 ist ab 01.12.2017 am Kiosk erhältlich.

 

zurück

Printabonnement bestellen

Kombiabonnement bestellen

Geschenkabonnement bestellen

Probenummer bestellen

Schweizer Wanderwege
Monbijoustrasse 61
Postfach
3000 Bern 23

Tel. 031 370 10 20
Fax 031 370 10 21
info@wandern.ch

Weitere Infos