Natur erleben und geniessen.

Die verschwundene Frau

Cover Magazin WANDERN.CH

In Vals verschwindet eine Frau spurlos, ihr Gepäck wird tags darauf an der Bushaltestelle gefunden. Darin sind viele Wanderkarten und Fotos. Der Vorfall lässt Mira nicht mehr los. Auf den Spuren der verschwundenen Frau reist sie durch die Schweiz und wandert zu den Orten, welche die Frau zuletzt aufgesucht hat: Haldenstein, Binn, Zweisimmen, Freiberge, Rigi. Je mehr Mira herausfindet, desto mehr will sie wissen. Unser Magazin ist diesmal ein Roman. Zu jedem der acht Kapitel gibt es einen Wandervorschlag. Sie finden diesen jeweils wie gewohnt im hinteren Teil des Magazins und können damit der Hauptprotagonistin nachwandern – auf den Spuren des Romans, welche die Berner Schriftstellerin Marina Bolzli extra für Sie geschrieben hat.

Kapitel 1: Vals

Mira hat Kopfschmerzen. Die Kinder haben den ganzen Tag gequengelt, wollten nicht still sitzen, nicht einmal, als sie die Geheimwaffe zückte und ihre Lieblingsgeschichte von Flurina und dem Wildvögelein erzählte. Jetzt freut sie sich nur noch auf Ruhe. Ba-ding, ba-ding, ba-ding. Die Kollegen spielen im kleinen Hinterhof Tischtennis. Sie winken. Doch Mira hat keine Lust. Sie will direkt im Zimmer verschwinden. Sie ist schon fast im Treppenhaus zu den Personalzimmern angelangt, als ihr jemand auf die Schulter tippt. «Du, Mira, kannst du nicht schnell für eine halbe Stunde die Rezeption hüten, ich sollte noch kurz zur Post, bevor sie schliesst.» Ivana schaut sie bittend an. «Okay», sagt Mira, «aber nur eine halbe Stunde.» Eigentlich ist Mira während der Saison als Kinderbetreuerin angestellt. Sie unterhält die Kleinen, während die Eltern wellnessen oder wandern. Aber es ist üblich, dass sich das Personal untereinander aushilft, wenn es irgendwo brennt. Auch wenn die Hoteldirektion es nicht gerne sieht, wenn Ungeübte hinter dem Tresen sitzen.

Kapitel 2: St. Gallen

«Und dann?», fragt Arno. Er sitzt auf dem breiten Fenstersims in Miras kleiner Studentenwohnung und steckt sich eine Traube nach der anderen in den Mund. Er schmatzt genüsslich. «Kannst du nicht mal aufhören?», sagt Mira genervt. «Lass uns lieber rausgehen, dann kann ich besser erzählen. » Übermorgen fängt die Uni wieder an...

«Das Schicksal der Frau hat mich fasziniert.»

Das Verschwinden einer deutschen Frau in Vals GR hat Schriftstellerin Marina Bolzli als Inspiration für ihren Roman in diesem Magazin genutzt. Auf dem Weg zum Etang des Royes in den Freibergen erzählt die Bernerin, wie sie die acht Schauplätze besucht hat und dabei auf eine traumhafte Idylle gestossen ist.

Zwetschgenkuchen und eine Hütte zum Verlieben

Es ist kein Zufall, dass der Zwetschgenkuchen in der Valser Hängelahütte so gut schmeckt. Trudi und Nicole Schnider stecken viel Liebe und Herzlichkeit in ihre Bergwirtschaft und tischen auf, was die Region an Spezialitäten hergibt.

Nachhaltiger – und trotzdem dicht?

Vor Greta war Greenpeace: Die Umweltorganisation rüttelte 2012 die Outdoorbranche wach. Seither ist Nachhaltigkeit Trumpf. Viele Hersteller versprechen, bis 2020 die problematischen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) zur Imprägnierung zu ersetzen. Aber ist nachhaltig auch dicht? Unser Testteam wollte es wissen.

Bild: Roman Zaykovskiy / Greenpeace

In der nächsten Ausgabe 5/2019

Herbstliches Tessin

Steile Hänge, unzählige Alphütten, riesige Kastanienwälder, überwachsene Trockenmauern: Im Verzasca- und im Maggiatal lässt sich der Herbst trefflich geniessen.

WANDERN.CH 5/2019 ist ab 05.09.2019 am Kiosk erhältlich.

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